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"Single European Sky" im Zentrum der Diskussion PDF Drucken E-Mail

Vom 05. – 06. Oktober 2011 war das Amt für Flugsicherung der Bundewehr Gastgeber für die Konferenz internationaler militärischer Luftverkehrsmanagement (ATM) Direktoren (EURAMID). Dieses aus 17 europäischen Nationen bestehende Gremium tagt zweimal jährlich und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit offen und in freundschaftlicher Atmosphäre über militärische Themen des Luftverkehrsmanagements zu diskutieren.

Im Zentrum steht dabei die von der Europäischen Kommission betriebene Initiative „Single European Sky“, zur Schaffung eines einheitlichen Europäischen Luftraumes, die auch den militärischen Flugbetrieb maßgeblich beeinflusst.

In einem breiten Bogen spannte sich die Agenda darüber hinaus von der Erfahrungen des Erstfluges eines unbemannte Luftfahrzeuges (UAS) „Eurohawk“ über Deutschland bis hin zu Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA), welche zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Text: Heinrich Wölpern

 
40 Jahre für die Sicherheit im Luftverkehr PDF Drucken E-Mail

 Frankfurt, 10.09.2011

Von links: Staatsminister Michael Boddenberg, Generalmajor Peter Funk und der Leiter des  Amt für Flugsicherung der Bundeswehr Oberst Werner Itzelberger beim Abschreiten der FrontIm Rahmen eines militärischen Appells würdigten Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär am 10. September 2011 das 40- jährige Bestehen des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr (AFSBw). Unter den anwesenden Gästen konnte der Leiter des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr, Oberst Werner Itzelberger, Staatsminister Michael Boddenberg von der Hessischen Staatskanzlei sowie Generalmajor Peter Funk, Amtschef des Luftwaffenamtes begrüßen.

40 Jahre spannen auch in der militärischen Flugsicherung einen weiten Bogen. Kalter Krieg und  Wiedervereinigung, die Entstehung eines geeinten Europas und ein rasant wachsender Flugverkehr bedeuteten einen stetigen Wandel und immer wieder neue Herausforderungen auf dem Gebiet der Flugsicherung.

Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und angesichts eines schnell wachsenden zivilen Luftverkehrs in den 1960ger Jahren wurde die Notwendigkeit einer Bündelung der militärischen Kompetenzen im Bereich der Flugsicherung immer deutlicher und mit der Aufstellung des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr  am 01.10.1971 vollzogen.

Die folgenden vier Jahrzente waren durch die stetige Weiterentwicklung der zivil-militärischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Flugsicherung geprägt. Dies dokumentierte sich in vielen Projekten und Initiativen, an denen das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr maßgeblich beteiligt war. 

Doch die Weiterentwicklung der zivil-militärische Zusammenarbeit stellt nur eine der Herausforderungen dar. Die politischen Entwicklungen insbesondere der letzten beiden Dekaden bedeuteten auch: Die Unterstützung des Aufbaus der Flugsicherung in den neuen Bundesländern, eine Neugestaltung der Organisationsgrundlagen durch die Privatisierung der zivilen Flugsicherung und nicht zu vergessen die Flugsicherung in den Einsatzgebieten der Bundeswehr.

„So war das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr an allen Entscheidungen über die zivil-militärische Integration und Zusammenarbeit beteiligt, hat diese ausgehandelt und ist bis heute Hauptakteur in der täglichen Umsetzung“ betonte der Amtschef des Luftwaffenamtes,  Generalmajor Peter Funk in seiner Ansprache.

Militärische Flugsicherung ist weiterhin eine Kernfähigkeit der Streitkräfte, deshalb ist die Arbeit des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr von großer Bedeutung. General Funk hob dabei insbesondere die Soldaten und Mitarbeiter des Amtes für Flugsicherung hervor: „Mit seinen kompetenten und engagierten Mitarbeitern steht das Amt dabei für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf nationaler wie internationaler Bühne mit zivilen wie militärischen Partnern“.

Der deutsche Luftraum ist aufgrund seiner Lage der am stärksten beflogene Luftraum in Mitteleuropa. Die europäische Initiative „Single European Sky“, eine Initiative zur Vereinheitlichung des europäischen Luftraums, wird das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr auch in Zukunft auf internationaler Ebene als der deutsche militärische Ansprechpartner in Anspruch nehmen.

All diese Herausforderungen waren und sind nicht lösbar ohne „Ein Team dessen Kennzeichen Kompetenz und Professionalität sind“ und dessen Arbeit von „hohem persönlichen Engagement und beispielgebender Motivation getragen wird“ betonte  der Leiter des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr, Oberst Werner Itzelberger in seiner Ansprache vor den Angehörigen des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr.

Staatsminister Michael Boddenberg als Vertreter des hessischen Ministerpräsidenten  betonte in seiner Ansprache die Verbundenheit des Landes Hessen mit den Soldaten der Bundeswehr und den Angehörigen des Amtes für Flugsicherung des Bundeswehr am Standort Frankfurt am Main. Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Auslandseinsätze des Bundeswehr dankte der Staatsminister allen Soldaten für ihr vorbildliches Engagement: „Für Ihren Einsatz für die Bundesrepublik Deutschland auch und insbesondere in den Auslandseinsätzen gebührt Ihnen Dank und Anerkennung“.

Text und Foto: Jürgen Eise, Christoph Fischer

 

 
Zivil-militärische Integration PDF Drucken E-Mail

DFS und Bundeswehr vereinbaren Kooperation auf dem Gebiet aeronautischer Daten

Die Deutsche Flugsicherung GmbH und das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr haben am 21. Juli 2011 eine Kooperationsvereinbarung und ein korrespondierendes "Letter of Intent" auf dem Gebiet aeronautischer Datenverarbeitung unterzeichnet.

Oberst Frank Fuhrmann (vorne), Leiter der Abteilung Militärische Flugsicherung des AFSBw, unterzeichnet die Vereinbarung. Foto: Carolina SaafanFür die DFS unterzeichneten Pierre Hermann (Leiter AIM), Osman Saafan (Leiter ZM) und Stefan Smietana (Leiter AIM/T), sowie für das AFSBw Oberst Frank Fuhrmann (Abteilungsleiter Militärische Flugsicherung) und Oberstleutnant Jürgen Kollmer (Gruppenleiter Gruppe II).

Die Vereinbarungen sind ein erster Schritt in Richtung Zentralisierung der Datenhaltung aeronautischer Daten und dienen dem weiteren Ausbau der zivil-militärischen Zusammenarbeit zwischen DFS und Bundeswehr.

Bislang nutzen DFS und AFSBw zum Erfassen, Verarbeiten und Pflegen aeronautischer Daten jeweils eine eigene technische Infrastruktur, d.h. die Daten werden von zwei verschiedenen Systemen erfasst, verarbeitet und gepflegt: der GDV AeroDB (Geo-Daten-Verarbeitungssystem Aero Datenbank) für die DFS und dem FSInfoSysBw (Flugsicherungs-Informationssystem der Bundeswehr) des AFSBw.

Die laut europäischen Vorgaben vorgeschriebene Lieferung der entsprechenden Daten an die EUROCONTROL-Datenbank EAD (European Aeronautical Data-Base) durch beide Systeme erfolgt bislang ebenfalls getrennt, was regelmäßig zu manuellen Aufwänden bei der Pflege der Daten in der EAD führt.

Zivil-militärische Kooperation in der Praxis: Die Vertreter von DFS und AFSBw nach Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Foto: Carolina Saafan Die Kooperationsvereinbarung benennt eine Reihe von Maßnahmen und Möglichkeiten, um künftig eine redundante Pflege aeronautischer Daten für Deutschland zu vermeiden und die Qualität der Datenverarbeitung in der GDV AeroDB und dem FSInfoSysBw weiter zu optimieren.

Das langfristige strategische Ziel der Kooperation ist die Lieferung von aeronautischen Daten von DFS und AFSBw an die EAD aus einer Hand und die Zentralisierung der Datenhaltung in einer führenden „Master“-Datenbank. Hierfür ist die unterzeichnete Vereinbarung ein erster Schritt.

 

Aeronautische Daten:

Die DFS erfasst aeronautische Daten im System GDV AeroDB. Zuständig für die Datenpflege sind Abteilungen aus den Geschäftsbereichen CC, TWR und AIM. Die Daten werden unter anderem zur Erstellung der AIP (Aeronautical Information Publication) und der Produktion von Luftfahrtkarten genutzt. Digitale Daten aus der GDV AeroDB werden zudem internen Nutzern zur Verfügung gestellt und an externe Kunden verkauft. Darüber hinaus werden auf Grundlage dieser Daten Radarkarten und Arbeitskarten für die Betriebsdurchführung in den Niederlassungen erstellt.

Die Bundeswehr betreibt für die Militärische Flugsicherung das rechnergestütztes Informationssystem FSInfoSysBw. Dieses System stellt Flugsicherungsdaten (z.B. Flugpläne, NOTAM) für den Luftraumnutzer, den Einsatzführungsdienst Luftwaffe und der mil. Flugsicherung zur Verfügung. Darüber hinaus werden Daten mit zivilen und militärischen Flugsicherungsorganisationen national und international ausgetauscht.

 
Erste Qualitätszertifikate vergeben PDF Drucken E-Mail

Frankfurt am Main, 25.11.2010

Zertifizierungsaudits im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems der MilFS erfolgreich verlaufen

Übergabe des ZertifikatsAm 12. November 2010 wurde erstmalig bei einem FS-Diensteerbringer der Militärischen Flugsicherung ein Zertifizierungsaudit durch die militärische Regulierungsbehörde abgeschlossen.

Ein vierköpfiges Zertifizierungsteam mit dem Leiter des Verbindungsbüros im Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), Oberstleutnant Weinberg, an der Spitze überprüfte im Rahmen eines System- und Prozessaudits die Umsetzung der Forderungen des Qualitätsmanagements der MilFS in der Gruppe II als dem zentralem FS-Diensteerbringer. Dem Auditteam gehörten Hauptmann Keuler vom Luftwaffenführungskommando, Hauptmann Tölle von der Heeresfliegerwaffenschule und Hauptmann Schäfer von der Luftbeweglichen Brigade 1 an.

Insgesamt drei Tage hatte sich das Team Zeit genommen, um die Gruppe II mit den Dezernaten für Luftraumkoordinierung, Luftfahrtveröffentlichungen, Luftfahrtdaten-operationszentrale und Militärische Luftfahrtkarten zu auditieren. Die intensive Vorbereitung der letzten Monate hatte sich gelohnt, mit Stolz konnte der   Gruppenleiter II, Oberstleutnant Kollmer, vom  Leiter des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr, Oberst Itzelberger das Zertifikat über die erfolgreiche Einführung des Qualitätsmanagementsystems nach den Vorgaben der Zentralen Dienstvorschrift 57/1 „Militärische Flugsicherung“ und des Qualitätsmanagementhandbuches entgegennehmen

Das zweite Audit wurde eine Woche später bei der Heeresfliegerwaffenschule, Ausbildungszentrum C durchgeführt. Hier wurde die Flugbetriebsstaffel auf dem Fliegerhorst Celle auf Herz und Nieren nach den gleichen Kriterien geprüft und mit einem Zertifikat für ihre Bemühungen belohnt. Hier war das Zertifizierungsteam vom AFSBw entsandt worden.

Übergabe des Zertifikats in CelleNach knapp drei Jahren Entwicklung unter Federführung des Qualitätsmanagers im AFSBw wurde am 1. Juli 2010 das Qualitätsmanagementhandbuch in Kraft gesetzt. Damit war der letzte Schritt für eine flächendeckende Einführung des Qualitätsmanagementsystems der Militärischen Flugsicherung mit anschließender Zertifizierung und Auditierung gemacht. Qualtitätssicherung und –management gibt es in der Militärischen Flugsicherung schon seit Jahren, neu ist allerdings die Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems, mit dem die Einhaltung der geforderten Qualitätsstandards überwacht wird. Internationale Vorgaben, ein immer komplexer werdendes europäisches Luftverkehrsumfeld wie auch die erhöhten Anforderungen an die Militärische Flugsicherung im Einsatz waren ausschlaggebend für die Einführung des Qualitätsmanagements.

Anhand von Checklisten, umfangreichen Fragenkatalogen und Kennzahlen wurde der Stand der Umsetzung der Qualitätsanforderungen in den einzelnen Dezernaten ermittelt, Soll und Ist gegenüber gestellt und in einem umfassenden Auditbericht zusammengefasst. 

 
Führungstreffen der militärischen Flugsicherungen Indiens und Deutschlands PDF Drucken E-Mail

Fankfurt am Main, 24.09.2010

Indische Delegation vor dem AFSBw Oberst Itzelberger empfing Air Commodore Bhalla mit seiner Delegation zu Flugsicherungsgesprächen im AFSBw. Der Besuch fand im Rahmen des bilateralen Jahresprogrammes 2010 vom 21. bis 23. September statt.

Die 3 Tage wurden intensiv genutzt, um einen ganzen Katalog mit Flugsicherungsthemen aus deutscher militärischer Sicht darzustellen und anschließend gemeinsam zu diskutieren. Angefangen von den Entwicklungen in der europäischen (zivilen) Flugsicherung  - Stichwort: Single European Sky (SES) - und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die militärische Flugsicherung sowie den militärischen Flugbetrieb, Ausbildung in der militärischen Flugsicherung, Qualitätsmanagement, das Konzept der Flexiblen Luftraumnutzung bis hin zur zivil-militärische Integration in der überörtlichen Flugsicherung.

Die in einem sehr offenen Gesprächsklima geführten Diskussionen ergaben für beide Seiten interessante Erkenntnisse. Zum Beispiel die sich für beide Seiten gleichermaßen stellende  Herausforderung der Nachwuchsgewinnung oder das gemeinsame Verständnis bei der Gestaltung und Organisation von militärischen Übungslufträumen, das neben den selbstverständlichen militärischen Anforderungen auch die Bedürfnisse von zivilen Luftraumnutzern berücksichtigt.

Am Ende des Besuches war man sich einig, die 3 Tage waren zwar mit unterschiedlichsten Themen voll gepackt, aber auch ein vierter Tag wäre leicht mit weiteren interessanten Flugsicherungsthemen zu füllen gewesen. Dies ist sicher ein Ansatzpunkt für die Fortsetzung dieser Fachgespräche und den weiteren Austausch.

 
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