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„Single European Sky“ ist eine Initiative der Europäischen Kommission, mit dem Ziel, ein Luftverkehrsmanagement zu entwickeln, welches eine zu erwartende Verdoppelung des Luftverkehrs bis zum Jahre 2020 bewältigen kann. Der Luftraum der Gemeinschaft soll neu strukturiert und im Hinblick auf die Flugsicherung harmonisiert werden. Dabei sollen sich unter anderem die Lufträume nicht mehr an den Ländergrenzen, sondern an den Hauptverkehrsströmen orientieren. Hintergrund ist auch hier die offenkundige europäische Fragmentierung, die sich in diesem Falle vor allem durch wachsende Kapazitätsprobleme und zunehmende Verspätungen äußert. Da dieses Programm die operationelle Freiheit des militärischen Flugverkehrs erheblich beeinflussen kann, ist die Luftwaffe und in erster Linie das AFSBw an den wesentlichen Entwicklungen beteiligt.

FAB

Kernstück des Einheitlichen Europäischen Luftraums ist die Bildung grenzüberschreitender sogenannter Funktionaler Luftraumblöcke (Functional Airspace Blocks, FABs), als Grundlage für eine zunächst vereinheitlichte, dann zunehmend integrierte internationale Flugverkehrskontrolle. Deutschland beteiligt sich mit Frankreich, Niederlande, Belgien, Schweiz und Luxemburg am sogenannten FAB EC (FAB Europe Central). Die Luftwaffe und insbesondere Vertreter des AFSBw arbeiten intensiv an diesem Projekt mit, welches als wesentlichen Meilenstein die Unterzeichnung des Staatenvertrages im Dezember 2010 feiern konnte.

SESAR

Technologisches Herzstück des Single European Sky ist SESAR, das Single European Sky ATM Research Programme. In dessen Rahmen soll gemeinsam mit vielen Partnern aus Luftverkehrswirtschaft und -industrie ein Flugverkehrsmanagementsystem neuester Generation in Europa entwickelt werden.

Dieses Projekt umfasst drei Phasen. In der Definitionsphase wurde ein europäischer Masterplan erarbeitet, welcher die zukünftigen Anforderungen des Luftverkehrs identifiziert und Maßnahmen vorschlägt. Die derzeit laufende Entwicklungsphase beinhaltet alle notwendigen Aktivitäten, um die Realisierung des zuvor erstellten Masterplans vorzubereiten. Für die Umsetzungsphase bzw. Errichtungsphase haben sich die Beteiligten verpflichtet, die beschlossenen Maßnahmen gemeinsam zu koordinieren und betriebliche Realität werden zu lassen.

Die Europäische Union soll durch dieses Projekt bis zum Jahr 2020 mit einem hochleistungsfähigen Flugsicherungssystem ausgestattet werden, das bei einer angenäherten Verdoppelung des Luftverkehrs eine weiterhin sichere und möglichst umweltschonende Entwicklung des Luftverkehrs garantiert. Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm umfasst ca. 300 Einzelprojekte und hat ein geschätztes Budget von etwa zwei Milliarden Euro. Vertreter europäischer Luftwaffen beteiligen sich unter der Führung der Agentur EUROCONTROL an militärisch relevanten Projekten, wobei allein die deutsche Luftwaffe bis zu 25 Experten benannt hat, die sich aktiv in diesem Programm einbringen